Milchprodukte zu Ostern gefragt
Beitrag der MEG Milch Board in der agrarzeitung vom 20.02.2026
Auszahlungspreise für Erzeuger sinken jedoch weiter
GÖTTINGEN. Käse ist knapp trotz steigender Milchmengen. Die Marktindikatoren zeigen einen positiven Trend.
Die Milchanlieferung in Deutschland liegt nach Angaben der ZMB weiterhin über der Vorjahreslinie und steigt saisonal an. Derzeit ergibt sich ein Plus von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahrzeitraum.
Plus auch in Frankreich
Auch in Frankreich wurde mehr Milch an die Molkereien geliefert, und zwar 5,2 Prozent mehr als in der Vorjahreswoche. Das Interesse nach Produkten aus dem weißen Sortiment hat durch die frühlingshafte Witterung erste Impulse erhalten. Das kommende Ostergeschäft lässt sowohl für Sahne als auch für Butter eine gute Nachfrage erwarten. Die Notierungen für abgepackte Butter sind an der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse in Kempten leicht gestiegen auf 3,75 bis 4,85 €/kg. Auch im Einzelhandel wurden die Preise um ca. 20 Prozent angehoben.
Die Nachfrage nach Schnittkäse liegt – stimuliert durch das kommende Osterfest – derzeit auf einem sehr hohen Niveau. Zusätzliche Anfragen von Käufern, die nicht zum festen Kundenstamm gehören, können nicht bedient werden. Die Hersteller sind laut ZMB ausverkauft. Auch für den Export werden zusätzliche Mengen nachgefragt.
Die niedrigeren Preise der letzten Wochen haben zu einer Belebung des Auslandsgeschäfts geführt. Diese Entwicklung hat sich inzwischen wieder umgekehrt. Bei den Marktindikatoren sind seit Jahresbeginn steigende Tendenzen zu beobachten. Der Rohstoffwert Milch stieg seit Januar von 31,9 auf 35,5 ct/kg. Und auch der Global Dairy Trade Index verzeichnete im Vergleich zum vorherigen Termin einen Anstieg von 5,7 Prozent.
Landwirte keine Profiteure
Von den günstigen Marktbedingungen für Milchprodukte können die Erzeuger allerdings nicht profitieren. Die Milchauszahlungspreise sind seit Oktober 2025 im freien Fall.
Nachdem zahlreiche Molkereien im Norden bereits vor der Jahreswende weniger als 40 ct/kg ausgezahlt hatten, ziehen die Molkereien im Süden jetzt nach. Allerdings sind hier strukturell bedingt die Erzeugungskosten höher: Zuletzt lagen sie Berechnungen der MEG Milch Board zufolge bei 62,45 ct/kg im Vergleich zu 46,37 ct/kg im Norden.