Milchpreise stürzen weiter ab
Beitrag der MEG Milch Board in der agrarzeitung vom 23.01.2026
Höhere Milchmengen 2025 weltweit – Nachfrage hält nicht Schritt
GÖTTINGEN. Die Kosten der Milcherzeugung zeigen sich weitgehend unverändert. Ihre Unterdeckung beträgt derzeit 7 Prozent
Der saisonale Anstieg der Milchanlieferung in Deutschland war nach Angaben der ZMB (Zentrale Milchmarktberichterstattung GmbH) - vermutlich durch den Kälteeinbruch im Januar - zuletzt unterbrochen. Dennoch lag die Milchmenge um 5,9 Prozent höher als im Vorjahr um die gleiche Zeit.
Weniger Kühe in der EU
Während in hierzulande in der ersten Jahreshälfte 2025 weniger Milch als in den Vorjahreslinien produziert wurde, sah die Situation in anderen EU-Staaten anders aus. Die ZMB geht von einer Steigerungsrate der Milchmenge von 1 Prozent in der EU aus. Dazu beigetragen haben unter anderem Österreich (+ 9,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr), Polen (+ 5,9 Prozent).
Während in der EU weniger Kühe gehalten werden, weiten die US-Amerikaner ihre Bestände aus. Sie produzierten 2025 4,5 Prozent mehr Milch als im Vorjahr. Auf dem Weltmarkt stieg das Angebot insgesamt, besonders in der zweiten Jahreshälfte, allerdings ohne entsprechende Steigerung der Nachfrage.
Mit den steigenden Milchmengen begannen die Milchauszahlungspreise im Oktober 2025 abzustürzen. Besonders deutlich sind die Preisrückgänge in Norddeutschland, den Tiefpunkt erreicht eine Molkerei, die im Dezember 2025 nur noch 35 ct/kg (Grundpreis) auszahlte. Im Süden lagen die Preise meist noch deutlich über 40 ct/kg. Allerdings sind hier die Erzeugungskosten strukturell bedingt erheblich höher als in den anderen Regionen.
Milch Marker Index steigt
Der aktuelle Milch Marker Index der MEG Milch Board vom Januar 2026 (Berechnungsstand Oktober 2025) liegt bei 117 und ist damit um einen Prozentpunkt im Vergleich zum letzten Stichmonat gestiegen. Während bei der letzten Veröffentlichung im Oktober 2025 noch Kostendeckung im Bundesdurchschnitt verzeichnet werden konnte, liegt nun eine Unterdeckung von 7 Prozent vor. Wenn die Milchpreise den Prognosen des Instituts für Ernährung und Ernährungswirtschaft (ife) folgen, wird bei gleichbleibenden Kosten mit einer weitaus höheren Unterdeckung zu rechnen sein. Der „Kieler Rohstoffwert Milch“ ist im Dezember 2026 auf 30,8 ct/kg Milch gesunken.