Milchmenge steigt wieder an

18.12.2025

Markteinschätzung der MEG Milch Board in der agrarzeitung vom 19.12.2025

Ausruf der billigen Butter löst Bauernproteste aus

GÖTTINGEN. Der Preiskrieg im Handel setzt sich fort. Das aktuelle Weihnachtsgeschäft läuft flott

In Deutschland scheint der saisonale Anstieg der Milchanlieferung wieder eingesetzt zu haben. In der 48. Woche erfassten die Molkereien laut Schnellberichterstattung der ZMB 0,5 Prozent mehr Milch als in der Vorwoche und 7,1 Prozent mehr als in der Vorjahreswoche. Auch aus anderen Ländern werden höhere Milchmengen gemeldet, so aus Frankreich.

Interesse an weißem Sortiment

Im aktuellen Weihnachtsgeschäft werden Produkte aus dem weißen Sortiment sehr gut nachgefragt, dies gilt insbesondere für fettreiche Erzeugnisse wie Butter. Hierzu beigetragen haben sicherlich die wiederholten Preissenkungen des Handels. Zuletzt wurde ein 250 Gramm Päckchen Deutsche Markenbutter mit 0,99 Euro beworben. Das bringt die Hersteller an die Grenzen der Lieferfähigkeit. Auch am Markt für Blockbutter wird über rege Nachfrage und attraktive Preise für die Einkäufer berichtet, so dass wieder längerfristiger eingekauft wird als im gleichen Vorjahreszeitraum.

An Schnittkäse herrscht ebenfalls großes Interesse, Handel und Lebensmittelindustrie rufen die kontrahierten Mengen laut AMI (Agrarmarkt Informations-Gesellschaft) reibungslos ab. In den Reifelägern gibt es nur wenig Käse, mit nach wie vor junger Altersstruktur. Die Molkereien sind mit dem Exportgeschäft zufrieden, die Wettbewerbsfähigkeit hat sich aufgrund der gesunkenen Preise verbessert. Die gesunkenen Preise spiegeln sich zuletzt in den Marktindikatoren wider: So liegt der Global Dairy Tender -4,3 Prozent im Vergleich zum letzten Event, Süddeutsche Butter- und Käsebörse Kempten weist nur noch 4,30 – 4,85 €/kg für abgepackte Butter aus.

Diese Entwicklungen haben für die Milcherzeuger katastrophale Auswirkungen: Der Milchpreis ist abgestürzt. Kurz vor dem Jahresende ist sonst ein Preisanstieg üblich. Einzelne Molkereien kürzten das November-„Milchgeld“ um 11 ct/kg Milch gegenüber dem Januar 2025. 

Kampf der Discounter

Gleichzeitig ging der Kampf der Discounter um die Marktführerschaft weiter – und löste Proteste vor den Zentrallagern des Discounters Lidl aus.