Milchauszahlungspreise weiter im Sinkflug
Beitrag der MEG Milch Board in der agrarzeitung vom 20.02.2026
Die EU-Kommission erwartet einen stabilen Milchmarkt ab 2035
GÖTTINGEN. Die aktuelle Situation der Milcherzeuger ist bedrohlich. Minister Rainer sieht Risikoausgleichsrücklage als Lösungsansatz.
Die Milchanlieferung in Deutschland liegt immer noch deutlich über dem Vorjahr. Laut Schnellberichterstattung der ZMB wurde in der 5. Kalenderwoche 2026 0,2 Prozent mehr Milch erfasst als in der Vorwoche. Allerdings ist der Zuwachs im Vergleich zur Vorjahreswoche leicht auf 6,1 Prozent gesunken. Auch in Frankreich sind steigende Milchmengen zu beobachten, zuletzt plus 0,7 Prozent gegenüber der Vorwoche und 5,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr
In ihrem Ausblick auf den Milchmarkt bis 2035 erwartet die EU-Kommission einen Rückgang der Milchproduktion um rund 0,2 Prozent pro Jahr. Besonders in den Niederlanden, Belgien und Dänemark werde die Produktion durch Umweltauflagen begrenzt. Wachstumspotenzial bestehe in Polen und anderen östlichen Ländern. Weltweit wird ein Wachstum von 1,8 Prozent prognostiziert.
Günstige Butter läuft
Die aktuelle Nachfrage nach abgepackter Butter wird von der ZMB als gut beschrieben, sicherlich bedingt durch die nach wie vor sehr günstigen Verbraucherpreise. Hier ist eine Verschiebung von Streichmischfetten zu Butter zu beobachten. Bei Blockbutter sind die Händler anscheinend interessiert, sich längerfristig mit Ware einzudecken. Die verfügbaren Mengen werden gut nachgefragt, die Preise sind gestiegen. Zuletzt wurden an der Süddeutschen Butter- und Käsebörse Kempten unveränderte Preise für abgepackte Butter von 3,65 bis 4,85 €/kg notiert. Die Notierungen für Blockbutter wurden auf 4,10 bis 4,42 €/kg angehoben.
Existenzbedrohende PreiseWährend sich die EU-Kommission bezüglich der zukünftigen Milchauszahlungspreise optimistisch zeigt, ist die aktuelle Situation für die Erzeuger existenzbedrohend. Der Sinkflug hält weiter an, einzelne Molkereien im Norden zahlten im Januar nur noch 33 ct/kg. Und auch im Süden sank der Preis vielerorts unter 40 ct/kg Milch.
Das veranlasste Agrarminister Alois Rainer, in der Vorwoche einen Milchgipfel mit Branchenvertretern einzuberufen. Als Ergebnis will sich Rainer für die Einführung einer steuerfreien Risikoausgleichsrücklage einsetzen. Von der Einsetzung eines Marktkriseninstruments oder der Umsetzung des Art. 148 (verbindliche Milchkaufverträge) hält er nichts.