Höhere Milchmenge führt zu Preisverfall
Markteinschätzung der MEG Milch Board in der agrarzeitung vom 22.11.2025
GÖTTINGEN. Der Preiskampf im Handel geht weiter. Butter und Käse sind deutlich günstiger geworden.
Die von den deutschen Molkereien in der 43. Woche erfasste Milch lag laut Schnellberichterstattung der ZMB Zentrale Milchmarktberichterstattung GmbH 6,2 Prozent über der Menge der Vorjahreswoche.
Vielfältige Gründe
Der kurzfristig wieder eingesetzte saisonale Rückgang der Milchanlieferung hat sich zu einer Seitwärtsbewegung entwickelt (+0,2 Prozent im Vergleich zur Vorwoche). Die Gründe für die gestiegenen Milchmengen sind bekannt: Die durch die Blauzungenkrankheit verursachten Ausfälle werden nach und nach kompensiert, günstige Witterung, ausreichend gutes Futter sowie einigermaßen auskömmliche Milchpreise waren zu verzeichnen.
Nicht nur in Deutschland, sondern auch EU-weit wurde mehr Milch produziert als im Vorjahr, genau wie in den USA, Argentinien und Neuseeland. Diesem Angebot stand nur eine gedämpfte Nachfrage gegenüber, so dass die erwartete Belebung nach den Sommerferien ausblieb. Diese zusätzlichen Mengen ließen sich nur zu geringeren Preisen vermarkten. Der Kieler Rohstoffwert des ife Instituts für Ernährung und Ernährungswirtschaft sank innerhalb eines Jahres vom Oktober 2024 (54,2 ct/kg) zum Oktober 2025 (39,1 ct/kg) um 15,1 ct/kg. Auch die Butternotierungen an der Süddeutschen Butter- und Käsebörse stürzten ab und liegen aktuell nur noch zwischen 5,10 bis 5,60 €/kg. Im Oktober 2024 hatten die Werte noch zwischen 7,80 und 8,05 €/kg für geformte Butter gelegen. Nach ersten Preissenkungen für Butter im September ließ der Handel weitere im Oktober folgen. Das 250 g-Päckchen ist mittlerweile für 1,29 € zu haben. Und auch Schnittkäse ist spürbar günstiger geworden. Teilweise scheint die Nachfrage ihren Höhepunkt überschritten zu haben, teilweise geht der Abruf laut AMI (Agrarmarkt Informations-GmbH) unverändert weiter.
Weitere Kursabschläge
Für die Milcherzeuger bedeuten diese Entwicklungen derbe Abstürze beim Milchpreis. Bereits im September gingen die Milchauszahlungspreise nach Angaben der AMI um rund 1,00 ct/kg im Vergleich zum Vormonat auf durchschnittlich 52,50 ct/kg (bei 4,0 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß) zurück. Weitere Preisabschläge werden folgen.