MEG Milch Board - Der Schlüssel zum Markt
Die MEG Milch Board ist mehr als eine „normale“ Milcherzeugergemeinschaft. Sie hat es sich zur Aufgabe gesetzt, die Regeln am Markt mitzugestalten! Bisher sind die Milcherzeuger keine gleichberechtigten Partner ihrer Abnehmer (Molkereien). Sie liefern die Milch ab und im Nachhinein wird der Preis dafür festgelegt. Die Preisbildung erfolgt dabei nicht auf Basis der Kosten.
Die Ziele
Die MEG Milch Board ist keine klassische Vermarktungseinrichtung. Der zukünftige Aufgabenschwerpunkt liegt vor allem auf der Gestaltung von Verkaufsregeln. MEG Milch Board relevant sind Verkaufsregeln für den Preis, die Menge und die Qualität des Rohstoffs Milch. Grundsätzlich sollte der erzielte Milchpreis die Kosten der Produktion decken. Die Menge am Markt muss der Nachfrage angepasst sein. Hohe Qualitätsstandards sind im Interesse der Erzeuger, haben aber ihren Preis. Verbesserte Markttransparenz und eine unzensierter Informationsfluss sind weitere Ziele.
Die rechtliche Grundlage
Die rechtliche Grundlage des Milch Boards findet sich im Marktstrukturgesetz (http://www.gesetze-im-internet.de/marktstrg/index.html#BJNR004230969BJNE001104377) . Der Gesetzgeber erlaubt darin ausdrücklich Zusammenschlüsse land- und fischwirtschaftlicher Betriebe als Gegengewicht zu der bereits erfolgten Konzentration auf der Nachfrageseite. Eindeutig definiertes Ziel des Marktstrukturgesetzes (MarktStrG) ist es, die Marktstellung der Landwirte zu verbessern. Bewusst wurde dabei das MarktStrG über dem Kartellrecht angesiedelt. Grenzen für den Bündelungsgrad der Milcherzeuger am Markt sind nicht definiert. Nur der Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung würde kartellrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Wer kann mitmachen?
Durch die Befreiung der Andienungspflicht kann jeder deutsche Milcherzeuger unabhängig davon zu welcher Molkerei er liefert, Mitglied der MEG Milch Board werden. Diese Bündelungsmöglichkeit über Molkerei- und Bundesländergrenzen hinaus ist einzigartig und die eigentliche Chance der MEG Milch Board. Oberstes Ziel ist ein ausbalanciertes „Machtverhältnis“ zischen Anbietern und Abnehmern. Gleichberechtigte Verhandlungspartner, werden der Idee des Marktstrukturgesetzes in vollem Zuge gerecht. Machtverteilung und nicht Machtmissbrauch, definieren die Ziele der MEG Milch Board.
Der Weg zum fairen Markt
Viele Milcherzeuger stellen die Frage wie die Möglichkeiten der MEG Milch Board aussehen, wenn die entsprechende Bündelung am Markt gelingt. Zu aller erst wird die Bündelung eine starke Signalwirkung ausstrahlen. Die Molkereiindustrie wird erstmals einem wirklichen Marktpartner auf Erzeugerseite gegenüberstehen. Dies muss aber für die Molkereien nicht von Nachteil sein. Die Kostensituation der Milcherzeuger, könnte in den Verhandlungen mit dem Lebensmittelhandel mit in die Waagschale geworfen werden. Auch für die Politik wäre ein hoher Bündelungsgrad ein deutliches Signal. Ein Zeichen dafür, dass die Milcherzeuger mehrheitlich bereit dazu sind Verantwortung am Markt zu übernehmen. Die politischen Rahmenbedingungen könnten dann entsprechend gestaltet werden. Eine Vorbildfunktion hätte eine starke MEG Milch Board auch für die Milchviehhalter in den europäischen Nachbarländern. Tendenzen zur Selbstorganisation der Milchviehhalter am Markt sind dort bereits zu erkennen.
An dieser Stelle wäre es kaum seriös kostendeckende Erzeugerpreise zu garantieren. Fest steht aber, dass überhaupt nur eine gebündelte Erzeugerseite Aussicht auf Erfolg hat.
Über die marktpsychologische Wirkung einer gebündelten Erzeugerseite hinaus, kann die MEG Milch Board ab einem gewissen Bündelungsgrad natürlich auch das Thema Verkaufsregeln offensiv angehen. Preisempfehlungen aufgrund neutraler Kostenberechnungen sind ebenso möglich wie die Regulierung der Milchmenge am Markt. Vom freiwilligen Lieferverzicht bis hin zur finanzierten Mengenstilllegung bieten sich verschiedene Alternativen. Über diese Alternativen muss man bereits heute Diskutieren, greifen werden Sie erst wenn die Bündelung steht.