Marktreview Milch

 

Ziel der Studie „Marktreview Milch“ war es, den Verlauf der Milchkrise in den Jahren 2014 bis 2016 zu rekonstruieren, um ableiten zu können, wie sich künftige Krisen verhindern oder zumindest abmildern lassen.

 

Ausgangspunkte waren folgende Fragen:

  • War es gerechtfertigt, dass die Erzeugerpreise in Deutschland so tief gesunken sind?

  • Wie können das besondere Ausmaß des Preisverfalls in Deutschland und die Preisverschiebungen in der EU erklärt werden?

 

Im Auftrag der MEG Milch Board hat das Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft anhand von verfügbaren Marktdaten die Märkte für verschiedene Milchprodukte untersucht. Analysiert wurden aber auch Milchmengen, Warenströme in die EU und Drittländer, Milchauszahlungspreise in der EU und vieles mehr.

 

Zusammenfassend kann gesagt werden:

  • Die Milchindustrie war in Bezug auf die Vermarktung nicht auf die Mengenausdehnung vorbereitet.

  • Die von 2013 auf 2015 entstandene Mehrmenge an Milch konnte nicht allein im Drittland-Export untergebracht werden.

  • Sie wurde in erster Linie als „Billig-Käse“ in den bereits gesättigten EU-Binnenmarkt gedrückt.

  • Diese deutsche Billig-Produkt-Schwemme führte im Vergleich zu anderen EU-Ländern zu sehr deutlich abgeschlagenen Exportpreisen und begründet den extremen Erzeuger-Preis-Verfall in Deutschland entscheidend mit.

  • Insgesamt führte die starke Mengenausdehnung im Verbund mit einer sehr schlechten Wertschöpfung bei allen wichtigen Exportprodukten zu einem Preisverfall.

  • Die Mehrmengen an Milch wurden ohne Rücksicht auf die fallenden Erzeugerpreise selbst für die geringsten Mehrerlöse „verramscht“.

  • Der dadurch entstandene Konkurrenzkampf um Marktanteile führte dazu, dass die deutschen Erzeugerpreise unnötigerweise noch stärker fielen als in anderen EU-Ländern.

Schlussfolgerungen

Wir halten fest: Der Auslöser für die Krise war die nicht-marktgerechte Milchproduktion.

  • Die Aussagen der von der MEG Milch Board w. V. schon vor mehr als zwei Jahren vorgestellten „RoadMap Milch & Markt“ sind aktueller denn je. Die Kernforderungen beziehen sich auf die im Vertrag festzuschreibende Menge, die Qualität, die Vertragslaufzeit und den Preis der zu liefernden Milch. Kein Liter darf den Hof verlassen, wenn die genannten Kriterien nicht vertraglich vereinbart sind.

  • Die vertragsgebundene Milchvermarktung ist damit ein unverzichtbares Instrument, wenn man einen liberalisierten Milchmarkt zum Ziel hat.

  • Sie kann durch eine bedarfs- und damit marktgerechte Produktion derartige Krisen verhindern helfen. Die Milchwirtschaft und die Politik sind aufgefordert, die Erkenntnisse der „RoadMap Milch & Markt“ umzusetzen.

 

> Broschüre Marktreview Milch

> Studie Marktreview Milch