„Wenn es das Ziel des Milchpaketes war, die Verhandlungsmacht der Erzeuger zu stärken, dann muss man es als gescheitert erklären.
Schlussendlich bleibt auch von den schon sehr zaghaften Verbesserungen, die das Parlament in das Milchpaket eingebracht hat, nichts übrig als – Rhetorik!“ so Geschäftsführer von Hösslin.
„Bündelungsgrenzen die viel zu niedrig sind, um der Marktmacht von immer mehr Molkerei-Giganten gleichrangig zu begegnen, bringen für eine Stärkung der Erzeuger am Markt gar nichts. Verträge, die einige Mitgliedstaaten vorschlagen dürfen, andere aber nicht – dafür hätte man sich den Verhandlungsmarathon auch sparen können!
Man hat den Eindruck, dass auf EU-Ebene Realitätsverlust der Normalfall ist, wenn es um den Milchmarkt geht. Die Genossenschaften, bei denen 57 % der Milcherzeuger EU weit Mitglied sind, bleiben bei allem außen vor. Die den genossenschaftlichen Strukturen unterstellte vertikale Berücksichtigung von Erzeugerinteressen bleibt völlig unhinterfragt. Hier bedarf es dringend eines Berichtes zur aktuellen Praxis!
Auch die Monitoringstelle, vom Parlament in das Milchpaket eingebracht, wurde im Zuge der Verhandlungen amputiert; - sie hat nur noch beobachtenden Charakter.
Wenn Kommission und Rat den Bericht des EU-Rechnungshofes zum Milchmarkt gelesen hätten, hätte etwas anderes herauskommen müssen.
Wenn das Parlament hinter seinem eigenen Bericht „Gerechte Einnahmen für Landwirte: Die Funktionsweise der Lebensmittelversorgungskette in Europa verbessern“ stehen würde, wäre die Stellungnahme zum Milchpaket ambitionierter ausgefallen und man hätte in den Verhandlungen nicht gleich die Segel gestrichen!
Weit und breit ist die MEG Milch Board nach dem deutschen Marktstrukturgesetz die beste Grundlage für eine Stärkung der Erzeuger am Markt! WIR haben in Deutschland Möglichkeiten zur Bündelung, die Andere nicht haben und die EU-weit nach wie vor nicht erreicht wurden. Wir sollten sie zumindest hier in Deutschland nutzen!“
Hier gibt es die Pressemitteilung
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