Während Frankreich, Portugal und Griechenland für die Wiederaufnahme eines rigiden Reglementierungskurses fochten (staatliche Hoheit über die Vertragsgestaltung des Sektors), brachte Polen sogar die Weiterführung der Quotenregelung ins Gespräch. Eine gegengerichtete Position vertraten die Niederlande, Dänemark und England. Von staatlichen eingriffen in den Markt, wollen diese Länder nichts mehr wissen. Freiwilligen Initiativen des Sektors, werden allerdings unterstützt.
Und wie sah die deutsche Position im Detail aus? Am Rande der Ministerkonferenz äußerte sich Staatsekretär Robert Kloos wie folgt: „Wir wollen hier in Brüssel eine erste Diskussion führen, wie wir die Erzeuger stärken können. Branchenorganisationen auf freiwilliger Basis sind für uns denkbar“. Auch EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos, steht dieser Option offen gegenüber. Ihm schwebt wie Kloos die Einrichtung einer Branchenorganisation vor, in der Erzeuger, Verarbeiter und Marktakteure auf Augenhöhe miteinander über Preise verhandeln könnten. Sogar die Festlegung von Preisen, seitens der Erzeuger ist für Ciolos denkbar. Deutschland und Frankreich plädierten in diesem Zusammenhang für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Erzeugerorganisationen. Überraschend positiv zum Thema Erzeugergemeinschaften äußerte sich auch der Deutsche Bauernverband (DBV) in einer Pressemitteilung. Dabei sieht der DBV durchaus Chancen, die Möglichkeiten freiwilliger Erzeugerorganisationen besser auszuschöpfen.
In Deutschland müssten die nach Marktstrukturgesetz möglichen Erzeugerorganisationen hierfür die Verhandlungsmacht der Milchbauern bündeln. Auch in den übrigen Mitgliedstaaten der EU sollten derartige Möglichkeiten geschaffen werden.
Bewegung in der Milchpolitik
Veröffentlicht am: 21. Juli 2010
Die EU-Agrarminister tagten vergangene Woche in Brüssel und das Top-Thema war die Milch. Während vor den Türen hunderte Milcherzeuger des EMB gegen die Vorschläge der High-Level-Group protestierten, entfaltete sich im Sitzungssaal der Minister eine hitzige Diskussion über die Zukunft der europäischen Milchmarktpolitik. Ein einheitliches Meinungsbild war dabei nicht zu erkennen.
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