MILCH BOARD
Die Deutsche Milcherzeugergemeinschaft
Als Milcherzeugergemeinschaft verfolgt die MEG Milch Board das Ziel, die Marktposition der Milcherzeuger in Deutschland nachhaltig zu stärken. Im Kern setzt sie sich für die faire Gestaltung von Marktregeln ein. Denn das Zentrale Element am Markt ist nicht der Wettbewerb, sondern die Regeln zu denen er stattfindet (Prof. Dr. Dr. Radermacher).

Wie?

Milcherzeugergemeinschaften sind in Deutschland nichts Neues. Bereits seit über 40 Jahren bündeln sie regional die Milch ihrer Mitglieder und bieten sie den Molkereien zur Abnahme an. Trotzdem konnte das Ungleichgewicht zwischen Erzeugern und Molkereien dadurch nicht gebrochen werden. Das zu groß aufgesplitterte Angebot der vielen kleinen, regional agierenden Organisationen, machte ein koordiniertes Vorgehen und gemeinsame Preisforderungen unmöglich. Die Preishoheit behielten die Molkereien.

Die schlechte Marktposition der Milcherzeuger gab den Impuls zur Gründung der MEG Milch Board. Im Vordergrund steht hier nicht die direkte Vermarktung der Rohmilch, sondern die Gestaltung von Verkaufsregeln. Die zentrale Verkaufsregel der MEG Milch Board ist der Basispreis.

Angebot und Nachfrage regeln den Preis, das ist eines der zentralen Gesetze des Marktes. Doch zu jedem Angebot gehört auch eine Preisforderung. Der Preis für ein Produkt muss die Kosten der Produktion abdecken und Arbeit im Hinblick auf gesellschaftliche und soziale Standards fair entlohnen. Ein nachhaltiges Angebot an hochwertigen Nahrungsmitteln kann auf Dauern nicht zu Dumpingpreisen aufrechterhalten werden. Eine kalkulatorische Basispreisforderung seitens der Milcherzeuger ist deshalb legitim. Diese Basis zu schaffen ist in Zukunft eine der Hauptaufgaben der MEG Milch Board.

Das Konzept ist einfach, die MEG Milch Board stellt die Basispreisforderung auf der Grundlage unabhängiger Kalkulationsmodelle auf und schafft damit eine solide Verhandlungsbasis für die direkt am Markt aktiven Organisationen (MEGs, Genossenschaften). Das Mandat für die Berechnung des Basispreises, erhält die MEG Milch Board durch einen hohen Bündelungsgrad der deutschen Milcherzeuger. Die Option der Doppelmitgliedschaft erleichtert diesen Prozess. Mit der Aussetzung der Andienungspflicht, kann die Milch des Einzelmitglieds weiterhin über die bestehenden Vermarktungswege verhandelt werden. Die Mitgliedschaft in der MEG Milch Board ist damit gerade auch für Genossenschaftsmitglieder eine Möglichkeit, sich am Markt mehr Gehör zu verschaffen. Mit diesem einmaligen Ansatz tritt die MEG Milch Board nicht in Konkurrenz zu den herkömmlichen bäuerlichen Vermarktungsorganisationen (Milcherzeugergemeinschaften, Molkereigenossenschaften). Mehr noch, sie stärkt den bäuerlichen Vermarktungsorganisationen, durch eine mehrheitlich fundierte Preisforderung, den Rücken.

Als Milcherzeugergemeinschaft vermarktet die MEG Milch Board auch selbst Milch. Die Option, diesen Bereich weiter auszubauen ist offen.

Die Liberalisierung der Märkte schreitet unaufhaltsam voran. Die Marktposition der Milcherzeuger ist schwach, fällt die staatliche Mengensteuerung 2015 aber endgültig weg, wird sich die Situation weiter verschärfen. Die MEG Milch Board  bietet den deutschen Milcherzeugern die Möglichkeit, sich am Markt neu zu formieren und selbstbewusst die Regeln mit zu gestalten.